Der erste Destiny 2 Strike „The Inverted Spire“ – die Analyse

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Auf der Destiny 2 Gameplay-Premiere hat Bungie den ersten Strike „The Inverted Spire“ enthüllt. Wir haben ihn für euch analysiert.

Die ersten kleineren Unterschiede zu Destiny 1 stellen wir schon im Orbit fest: Die Raumschiffe sind detaillierter und haben ein Design, das mehr nach Retro-SciFi aussieht als zuvor. Die Perspektive auf den nächstliegenden Planeten ist verändert. Willkommen bei Destiny 2!
Der erste Strike in Destiny 2 schickt die Hüter auf den Planetoiden Nessus, der von Vex besiedelt ist.

Die Mission

Commander Zavala und sein Helferlein, die KI Failsafe, haben Aktivitäten der Roten Legion der Kabale auf Nessus festgestellt. Offenbar suchen sie in den Tiefen von Nessus nach etwas. Das kann nichts Gutes bedeuten! Unsere Mission ist, herauszufinden, nach was die Kabale dort graben und zu verhindern, dass sie Schaden anrichten.

Im Laufe des Strikes kämpfen wir uns durch Horden von Vex, die den Planetoiden Nessus deutlich durch die für sie typischen Maschinenstrukturen geprägt haben. Schließlich stoßen wir auf die Kabale, die in einer durch Krater durchzogenen Ödnis einen Turm aufgestellt haben. Der entpuppt sich als riesiger Bohrer, der sich, ähnlich einem Bohrer im Tagebau, mit riesigen Schaufelrädern in die Erde gräbt. Unbeschadet an diesem Monstrum vorbeizukommen ist gar nicht so einfach, wie sich herausstellt.

Der riesige Bohrer, mit dem sich die Kabale in die Tiefe graben.

Nach was die Kabale suchen, lässt sich bereits in der Kommandozentrale des Bohrers an einem Hologramm erkennen: Offenbar gibt es einen Vex-Boss, hinter dem sie her sind. Vielleicht, weil sie glauben, ihn für ihre Zwecke nutzen zu können? Die Mission ist klar: Findet diese Kampfmaschine und vernichtet sie!

Im Inneren der Erde von Nessus treffen wir ihn schließlich: Protheon, the Modular Mind. Warum er so heißt, zeigt sich im Laufe des Kampfes. Wir haben es hier mit einem dreistufigen Bossfight zu tun. Protheon wechselt nicht nur die Ebene, indem er den Boden unter unseren Füßen auflöst, er hat auch auf jeder Ebene einen anderen Elementarschaden. Diese Mehrstufigkeit ist zwar auch in Destiny nicht neu, kennen wir so aber eher von Raids, nicht von Strikes. Die zusätzliche Spannung, die dadurch aufgebaut wird, ist aber höchst willkommen und verspricht viel für zukünftige Strikes.

Neu und doch vertraut – das Leveldesign

Ganz klar: Nessus ist auf den ersten Blick von den Vex geprägt. Die Maschinenstrukturen, die geil designten schwebenden Plattformen in den Sprungpassagen, die Jump-Pads, durch die wir springen und die uns in die Ferne schleudern.

All das kennen wir schon von der Venus und auf den ersten Blick unterscheidet sich Nessus nicht wesentlich von ihr. Ist das nun schlecht? Nein, für die konsequente Weitererzählung der Story ergibt es total Sinn, die für Vex typischen Architekturen, die wir aus Destiny 1 kennen, wieder zu verwenden. Vex bleiben nun mal Vex. Übrigens sind auch die Bauten der Kabale im für sie bekannten Design entworfen. Man kann das als Fantasielosigkeit abtun und enttäuscht sein, es ist aber völlig logisch, wenn man eine in sich stimmige Gesamtwelt schaffen will, in der sowohl Destiny 1 als auch Destiny 2 spielen.

Übrigens hat auch Nessus eine eigene Optik, wie sich etwas später im Strike zeigt. Die Vegetation ist keineswegs wie die auf der Venus, sondern leuchtend rot statt grün, und auch die Umgebung erinnert mit ihrer felsigen und verkraterten Ödnis eher an einen Asteroiden, der Nessus nun mal ist (wenn auch ein sehr großer).

Lenken wir mal den Blick von den Ähnlichkeiten zu D1 in der Optik weg. Das Design insgesamt ist viel detaillierter, die Texturen höher aufgelöst und noch filigraner. Hier tut dem Design sicher gut, dass Bungie die PS3 sowie die Xbox 360 nicht mehr berücksichtigen muss.
Dazu kommt, dass die gesamte Grafik eine gewisse Retro-ScienceFicition-Anmutung hat, ohne dabei zu verspielt oder kitschig zu wirken. Gleichzeitig fühlt sich alles noch immer nach dem Destiny Everversum an, das wir so lieb gewonnen haben.
Die Welt, in der wir uns bewegen, fühlt sich nach echter, lebendiger Welt an. Offenbar hat es Bungie diesmal geschafft, von Anfang an die Story und das Design zusammen zu bringen. Alles, was wir sehen, ist stimmig, fühlt sich natürlich an und vor allem: Diese Welt ist nicht nur Kulisse, sondern würde auch funktionieren, wenn wir Hüter uns nicht gerade in ihr bewegen würden. Dieser Spagat ist in dem Strike zumindest gelungen und lässt auf den Rest des Spiels hoffen. Und kommt es nur mir so vor, oder ist der Geist als unser allgegenwärtiger Helfer einfach noch cooler und humorvoller als in D1?

Solche herausragenden Design-Elemente wie der riesige Felsenbohrer der Kabale sind übrigens neben einer stimmigen Story einer der Gründe, warum es uns in diese Welt hineinzieht. Wer außer den Kabalen wäre so größenwahnsinnig, solch ein Ungetüm auf einen fremden Planeten zu stellen?! Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wir haben richtig Bock, diesen Strike endlich selbst zu spielen!

Der Felsenbohrer der Kabale ist beeindruckend.

Viele bekannte Gesichter – die Gegner

Wer in Destiny 2 mit einem komplett neuen Set Gegnern gerechnet hat, wird enttäuscht sein. Wir treffen, der Logik der Fortsetzungsgeschichte folgend, alte Bekannte. Sowohl die Vex als auch die Kabale sehen im Wesentlichen so aus, wie in Destiny 1. Die Details sind etwas aufwendiger, die Bewegungen etwas geschmeidiger und Minotauren haben beispielsweise (endlich!) einen Critical Hit-Point. Die Bezeichnungen der bekannten Gegner (Hobgoblins, Minotauren, Legionäre, Kolosse und Co) haben sich nicht geändert. Die Rote Legion der Kabale hat allerdings ein neues, typisches Rüstungsdesign, das noch mehr nach Warhammer aussieht als Kabale zuvor und tragen außerdem Energieschilde. Cool und neu ist, dass die Kabale in einer Art leuchtender Kugel aus den Raumschiffen auf die Erde geschossen werden, die sich dann auflösen – ähnlich der dunklen Kugeln, aus denen im ersten Teil Besessene spawnen.

Die einzige neue Sorte Gegner, die uns im „The Inverted Spire“ Strike begegnet, sind die War Beasts, eine Art Monsterhunde, die die Kabale bei sich haben. Sie erinnern ein wenig an die Skags aus Borderlands und frischen den Schauplatz ein wenig auf. Und wer sich an den ersten Destiny 2 Teaser erinnert, weiß vielleicht noch, dass es da offenbar auch noch größere Exemplare gibt, mit denen wir es zu tun kriegen. Man darf gespannt sein.

Ansonsten: leider nicht viel Neues, außer vielleicht, dass man kleinere Raumschiffe nun auch endlich abschießen kann – sie haben eine Health-Bar. Inzwischen ist zwar bekannt, dass es 4-5 neue Kabal-Typen geben soll, doch bei „The Inverted Spire“ begegnen uns außer den War Beasts davon noch keine. Ein bisschen Spannung muss ja auch bleiben!

Aber wer weiß, was uns auf anderen Planeten noch an neuen Gegnern erwartet?

Verändert hat sich die Optik der Health-Bar, also der Anzeige der Lebensenergie, bei den Bossen. Die in vier Abschnitte unterteilte Health-Bar von Protheon hilft bei der Orientierung, wie viel Schaden wir bereits gemacht haben und wie viel noch fehlt, bis der Boss endlich liegt. Ein nettes kleines Feature.

Das Gameplay – neue, verbesserte Skills und geile Waffen

Solange wir es nicht selbst gespielt haben, müssen wir in Sachen Gameplay und Gunplay anhand dessen mutmaßen, was wir aus den veröffentlichten Videos erkennen.
Wie es aussieht, machen die neuen Fertigkeiten, allen voran die Dawnblade-Subklasse des Warlock einfach richtig Spaß beim Spielen. Die Bewegungen wirken geschmeidig, die Effekte sind noch cooler. Das UI hat sich ein bisschen verändert, aber nicht so, dass es eingefleischte D1-Spieler irritiert. Das ohnehin schon sehr gut balancierte Gameplay scheint noch mal einen Schliff bekommen zu haben. So wirken die Sprünge besser kontrolliert und die Bewegungsabläufe noch natürlicher.

Der Dawnblade Warlock in Aktion.

Wir sehen zudem ein paar neue Waffen, die in gewohnter Manier geile Sounds produzieren und in bewährt schönen Designs daherkommen, vom Retro-Schick bis zu klaren, eleganten Linien. Zielen und Schießen läuft dank Aim-Assist ohne großen Frust und das Umschalten zwischen den Waffentypen scheint sogar flüssiger als zuvor.

Was sagt uns der Strike über das PvE in Destiny 2?

Von einem Strike kann man natürlich noch nicht auf das ganze Spiel schließen. Aber es gibt einen ersten Eindruck.
Zusammengefasst kann man sagen: Die Story in Destiny 2 scheint natürlicher und enger mit dem Design der Welt verwoben, wir bewegen uns nicht nur in einer Kulisse, sondern in einer echten Welt, deren Teil wir sind – die aber auch ohne uns funktioniert. Das Gegner- und Leveldesign ist eine logische Fortsetzung der Geschichte und Welt aus Destiny 1.
Unangenehme Überraschungen gibt es also für Liebhaber von D1 nicht. Wer etwas komplett Neues erwartet hat, wird aber unter Umständen enttäuscht sein. Wir, die wir Destiny schon so ins Herz geschlossen haben, freuen uns über mehr Liebe zum Detail, noch geschmeidigeres Gameplay und darüber, dass die Welt sich eigenständiger und selbstverständlicher anfühlt. Was an Destiny 1 richtig gut war, ist geblieben und wurde noch konsequenter umgesetzt.

Das Strike-Video aus der Sicht des Jägers könnt ihr hier bewundern (Video von TerraMantis):

Wir sind nach diesen Eindrücken aus dem ersten Strike sehr gespannt, welche Welten uns Destiny 2 uns eröffnet. Bis jetzt sieht es so aus, als würde uns Bungie ein überzeugendes Gesamtkunstwerk liefern, in dem wir uns weitere tausende Stunden verlieren können.

Wir werden euch weiterhin so schnell wie möglich über alles informieren, was an Neuigkeiten zu uns durchdringt.

Stay tuned, Hüterinnen und Hüter!

Eure Vero