Der Einfluss des Betatests auf das finale Spiel

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Der Beta-Test von Destiny war nicht nur zahlenmäßig ein großer Erfolg – mehr als 4,6 Millionen Spieler nahmen am Betates von Destiny teil. Sehr beeindruckende Zahlen, Dach dabei wird oftmals der Sinn und Zweck eines Betatests vergessen: Eine Beta dient in erster Linie dazu um eventuelle Fehler im Spiel aufzudecken um diese noch vor dem eigentlichen Release des Spiels beseitigen zu können. Ausserdem können die Entwickler bei einem Betatest verschiedene Dinge beobachten und testen ob sie sich nach ihren Vorstellungen verhalten – ist dies nicht der Fall können die Entwickler auch hier noch nachbessern. Und genau das haben die Mannen von Bungie auch getan.

„Von Anfang an war die Destiny-Beta ein großer Test für uns. Wir hatten eine Menge in unsere Online-Infrastruktur investiert und mussten sicherstellen, dass sie funktioniert.” Entwickler Bungie konnte durch die rege Teilnahme auch noch einige Aspekte des Spiels herausstellen, die bis zum Release verbessert werden konnten. In einem Interview mit Tom Wallis (Content Producer at Sony Computer Entertainment Europe) äußerten sich die drei leitenden Entwickler Bungies, (Creative Director Jonty Barnes, Lead Designer Concept Art Jesse van Dijk und Lead Designer Multiplayer Derek Carroll ) zum Betatest und den dort gemachten Erfahrungen.

Die Beta half den Entwicklern, weitere Verbesserungen an Destiny vorzunehmen. Beispielsweise konnten durch die vielen Crucible PvP Matches, die während der Testphase bestritten wurden, die diversen Multiplayer-Karten überarbeitet werden. Anhand der Daten aus der Beta haben die Entwickler sogenannte Hitzekarten der einzelnen Areale angelegt. Diese gaben den Entwicklern darüber Aufschluss, „wo sich die meisten Eliminierungen ereignet und wo Leute ihr Leben gelassen haben und ob sie zum Beispiel von der Karte gefallen sind“.

Das Entwicklerteam hat sich in spezielle Gruppen aufgeteilt um bestimmte Ereignisse in der Beta gezielt zu beobachten. „Wir haben jeden Teil des Spiels getestet und dabei hatte jede Gruppe bei Bungie die Möglichkeit, die Daten zu analysieren und sich das zu nehmen, was sie brauchte” … Wenn wir festgestellt haben, dass in einem bestimmten Bereich reger Verkehr herrschte, oder wenn wir der Meinung waren, dass in einem bestimmten Bereich reger Verkehr herrschen sollte, dies aber nicht der Fall war, konnten wir uns vollständig durch diese Daten arbeiten und schauen, ob wir simple Veränderungen vornehmen können, die den entsprechenden Bereich verbessern“

Bei einem Test ist den Entwicklern auch die Belastbarkeit des eigenen Systems wichtig. Bungie hat viel Geld in eine speziell für Destiny entwickelte Serverstruktur investiert.  „Mehr als alles andere wollten wir die Infrastruktur maßstabsgetreu testen und waren gespannt darauf zu sehen, wie alles funktioniert. Während der Beta haben wir absichtlich einige der Systeme ausfallen lassen, um zu sehen, wie sich das auswirken würde und ob wir das verkraften könnten.“ Vor allem die dreistündige Testphase der Mond-Mission war ein sehr großer Belastungstest da in diesen drei Stunden der Großteil der Spieler (850.000) sich nur auf diese Mission konzentrierten. „Es war einfach fantastisch zu sehen, wie 850.000 Leute gleichzeitig an diesem Samstag auf dem Mond spielten.“ 

„Tatsächlich ist die Anzahl an Spielern, die die Mondmission gleichzeitig gespielt haben, die höchste, die je in der Geschichte eines Bungie-Spiels gemessen wurde. Durch die vielen Teilnehmer konnten wir besser testen und dabei einige der Systeme ausfallen lassen, um wirklich aussagekräftige Daten zu erhalten. Wir können aber versprechen, dass bestimmte Probleme, von denen wir einige absichtlich erzeugt haben, bei der Veröffentlichung nicht auftreten werden.”

Bungie konnte hier ein paar Serverprobleme entdecken die noch vor dem Start des Spiels am 9. September beseitigt werden können. Bungie hatte diese aber zeitweise sogar absichtlich erzeugt um ihre Systeme zu testen. „Wir können aber versprechen, dass bestimmte Probleme, von denen wir einige absichtlich erzeugt haben, bei der Veröffentlichung nicht auftreten werden.“

Bungie betont ausserdem, dass das Team darum bemüht ist die beste Spieleperformanve abzuliefern die man sich als Gamer wünschen kann. Das ist gerade bei Entwicklern und Publishern nicht üblich, oftmals werden Spiele fertig auf den Markt geworfen und einfach nachgepatcht. „Früher hat man ein Spiel entwickelt und ausgeliefert, das war’s dann. Man hätte dann nur noch katastrophale Fehler behoben. Bei Destiny verpflichten wir uns dazu, diese Vorgehensweise radikal zu ändern und auf lange Sicht zu verbessern. Es ist einfach toll, eine zweite Chance zu haben, um Veränderungen durchzuführen, mit denen wir alle viel zufriedener sind.”

Auch einige radikale wurden vorgenommen auf die die Entwickler aber nicht weiter eingegangen sind.

„Wir haben in der Welt von Destiny kleine Änderungen vorgenommen, die sicherstellen, dass das Spiel so robust und, noch viel wichtiger, so ausbalanciert wie möglich ist. Aber auch vor größeren Optimierungen – wo auch immer diese erforderlich waren – ist das Team nicht zurückgeschreckt.“

Im schlimmsten Falle des Falles hätte Bungie auch nicht vor der schlimmsten aller Entscheidungen zurückgeschreckt, eine Verschiebung des Releasetermines. Wie vielleicht dinge nicht wissen war der ursprüngliche Releasetermin von Destiny bereits im letzten Jahr angesetzt, doch hier hat Bungie bereits die Faust auf den Tisch geschlagen und den Release um ein Jahr nach hinten verschoben. Schliesslich seien sie darum bemüht das beste Ergebnis abzuliefern.

„Wenn die Beta wirklich schlecht gelaufen wäre, hätten wir einige sehr ernste Gespräche führen müssen. Eine Welt, in der wir ein Spiel veröffentlichen wollen, das den Spielern ein schlechtes Spielerlebnis beschert, gibt es nicht. Wir machen unsere Spiele für die Spieler, und wenn wir ein beeinträchtigtes Produkt gehabt hätten, dann hätten wir es nicht veröffentlichen können.”

Neben dem Testcharakter zog auch die große Aufmerksamkeit der Bata einen positiven Nebeneffekt mit sich – das postive Feedback  das die Entwickler von der Community erhalten haben. „Die überwältigend positive Reaktion der Spieler zu sehen hat uns sehr geschmeichelt. Die Leute scheinen wirklich zu verstehen, was für eine Art von Spiel Destiny ist. Wir hatten schon vor der Beta versucht, das zu erklären, doch das Gefühl, dass es bei den Spielern ,Klick’ gemacht hat, dass sie das Spiel verstanden haben, kam erst, als die Leute es selbst spielen konnten.”

Doch auch die Beta musste (leider) irgendwann ein Ende finden damit die Entwickler ihrer Arbeit weiter nachgehen können. Das Ende der Beta war nicht nur für die Community ein trauriger Moment, auch Bungie selbst hätte diese gerne noch weiterlaufen lassen. „Für mich war es am überraschendsten, zu sehen, wie traurig wir alle tief im Inneren waren, als die Beta vorbei war! Wir sind zur Arbeit gegangen und haben die riesigen Datenmengen analysiert, die wir erfasst hatten, aber abends wollten wir einfach nur nach Hause gehen und Destiny spielen. Jetzt können wir es selbst kaum erwarten, bis der 9. September 2014 endlich kommt!” Das können wir nur unterstreichen.

Bungie wird also im finalen Spiele einige Dinge verändert haben die aber nur zugunsten der Community sein werden. Schließlich haben genau sie mit der Beta ihre Bedürfnisse für Destiny gezeigt und Bungie den finalen Weg aufgeführt.


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6 Kommentare

  1. Ich bin so euphorisch 😀

    Bungie hat mich noch nie enttäuscht! Außer vielleicht ein bisschen bei Halo ODST 😛

    1. Ich bin da guter Dinge. Ich glaube Bungie, Sony und Microsoft sind gut vorbereitet und wissen was für ein Ansturm da auf die Server zukommt. Da aber sowohl PlayStation als auch Xbox einen Preload anbieten dürften zumindest die Downloadserver am Releasetag nicht allzusehr belastet werden, da ja bereits alle digitalen Vorbesteller ihre Version Tage zuvor (4) heruntergeladen haben.

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