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SIVA’s Geschichte – Backgroundspecial Part 9
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SIVA’s Geschichte – Backgroundspecial Part 9

by Swift26. September 2016

Hüter, Hüter, stell dich ein, sollst du doch bald klüger sein.

Wie lange, Hüter? Wie lange hast du dich nicht mehr in meinen Hallen blicken lassen? Deine Forschungen über Oryx haben dir wohl das Hirn geflutet? Das Licht des Reisenden die Augäpfel glasig gebrannt? Und ich sitze hier, wartend auf deine Anwesenheit. Sehet Menschheit, der ehrenwerte Lord Hüter betritt den Saal, bereit zu erfahren, was ihm nur der alte Mann beibringen kann. Setz dich, kleines Wölfchen, nimm diesen lächerlichen Helm ab und lausche meinen Worten.

Dem Gestank nach zu urteilen, hast auch du endlich die Verseuchten Lande entdeckt. Ja, dieser Geruch haftet einem an, wie die Pest, wenn du verstehst. Sicherlich hast du erneut die wildesten Abenteuer durchlebt, deinen ach so geliebten Loot gejagt. Wie nennt ihr jungen Grünschnäbel das noch heut? Farmen. Lächerliches Wort. Besuche doch ein Feld, wenn du farmen willst. Und was trägst du da leuchtendes auf deinem Rücken? Ein altes Werkzeug, welches auch ich einst führte. Doch ist diese hier ein wenig anders, nicht wahr? Infiziert durch den Feind, den du so energisch bekämpfen willst. Jetzt guck nicht so, Hüter. Jeder Blinde sieht die unregelmäßigen Fluktuationen von Licht und Gleichgewicht in dieser Waffe. Ganz eindeutig Siva. Ein Sivahorn, haha.

Und genau deswegen bist du doch gekommen, oder? Besuchst den alten Mann nach so langer Zeit, um etwas zu erfahren, das dir das Schlachtfeld nicht zu erklären bereit ist. Nun gut. Lege dieses überschätzte Stück Raketenschleuder beiseite und sperr die Lauscher auf. Denn Sivas Ursprung, Sinn und Zweck gehen zurück in eine Zeit, derer du dich nicht mal mehr erinnern kannst. Die Rede ist natürlich von unserem geliebten goldenen Zeitalter. Falls du übrigens irgendwann herausbekommst, wann das Silberne geendet hat, lass es mich wissen. Aber zurück zum Thema. Das goldene Zeitalter, ja, wo sonst sollte so etwas prächtiges wie Siva entwickelt werden, wenn nicht zu Zeiten des schweigsamen Reisenden? Du musst wissen, Hüter, nur dem Reisenden ist es zu verdanken, dass die Entwicklung Sivas überhaupt möglich war. Und ihr Zweck war anfangs gar nicht so böse, wie man heute denken mag. Tatsächlich geht Siva zurück auf den Traum eines einzelnen, engagierten jungen Mannes. Dessen Name war Bray.

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Ja, ganz richtig, Hüter. Erfinder, Erfolgsrezept und Gründer das sagenumwobenem Clovis Bray. Warum Clovis? Das war der Name eines auffällig markanten Steines, der im weit, weit entfernten Jahr 2004 auf dem Mars entdeckt wurde. Und wohin führt uns das? Richtig, zur Clovis Bray Einrichtung auf dem Mars, die du schon so oft durchstreift hattest. Der gute alte Clovis gründete dort nämlich eine seiner ersten Forschungseinrichtungen. Dort forschte er fröhlich vor sich hin, mit einer Handvoll erlesener Forscher, getrieben von einem einzigen Wunsch. Du musst nämlich wissen, Hüter, für Bray war das, was wir als Existenz bezeichnen, nichts weiter als eine gewaltige Karte. Eine Karte, die gefüllt werden wollte. Und wie füllt man eine Karte? Indem man entdeckt. Bray wollte entdecken, Dinge erfahren, die Menschheit vorantreiben. Und wie ginge das besser, als das Universum zu erforschen. Kolonien zu gründen, zu lernen. Das Problem dabei war, dass die Menschheit gerade mal in den Startlöchern dessen stand, was man als gepflegte Expansion ins All bezeichnen konnte. Du weißt, wir haben immer noch Probleme von dieser mickrigen Karte mit den paar Planeten, dem Mond und diesem Staubkorn namens Phobos runterzukommen, aber was will man machen. Bray jedenfalls fasste eine Technologie ins Visier, die es der Menschheit erleichtern sollte, das Universum zu kolonialisieren. Mit anderen Worten, Siva.

Aber was genau ist Siva, wie arbeitet es und wie genau sollte es der Menschheit helfen? Nun, um das zu verstehen, müssen wir in der Geschichte ein wenig weitergehen. Sivas Erfinder sollte wohl auf den Name Zarin hören. Zarin befasste sich mit einer Art Technologie des Reisenden, die wir heute als Währung verwenden, Glimmer. Wie du hoffentlich weißt, Hüter, ist Glimmer eine Technologie aus dem goldenen Zeitalter, welches, rein theoretisch, jegliche Form der Materie annehmen kann. Zarin hingegen träumte davon, eine glimmerähnliche Technologie zu entwickeln, die durch vorprogrammierten Input, aus Materie alles Entwickeln kann, was die Menschheit für eine gelungene Kolonialisierung brauchen könnte. Quasi ein programmierbarer Wunderroboter, der mit allem alles erschaffen kann. Klingt doch gut, oder? Nehme eine Hand voll Bäume, mach ein Auto draus.

Jedenfalls, um das zu erreichen, erschuff Zarin eine Art Naniten unterstützten Computer. Naniten sind Nanobots, Hüter, winzig kleine Roboter. Die Idee dahinter war, dass diese Naniten Materie aufnehmen, und der vorprogrammierte Code in Siva selbst gab den Naniten die Vorgaben, was sie damit erschaffen sollten. Simpel, nicht wahr? Tja, aber hier endet der Traum. Zarin erkannte schon früh die Risiken seiner Forschung. Siva musste so präzise und so intelligent konstruiert werden, dass eine umfangreiche Fehlerkontrolle und notwendige Notfallpläne unumgänglich waren. Irgendwann ging Zarin sogar so weit, seine Forschungen als zu gefährlich für die Menschheit einzustufen. Ein Computer, der nur aufgrund einer Programmierung aus alles, alles machen konnte? Klingt doch besorgniserregend. Was, wenn die darin arbeitende Intelligenz irgendwann zu intelligent wird?

Also was tut ein ehrgeiziger Chef eines Großkonzerns, wenn die von ihm finanzierten Forschungen zu gefährlich werden? Richtig, man feuert den leitenden Wissenschaftler, übergibt die Arbeit einem weniger besorgten Wissenschaftler und pumpt noch mehr Geld in das Projekt. Eine Person namens Zhang übernahm die Siva-Forschung und trieb diese voran wie Bray es wollte. Hunderte Feldversuche mit den Nanobots wurden durchgeführt, mit wachsendem Erfolg. Was man dabei nicht bedachte war: Jegliche Materie, die Siva aufnahm, ließ sie lernen und wachsen. Schon bald hatte sie so so etwas wie ein eigenes Bewusstsein entwickelt und sich selbst in die Forschungsdaten eingeschaltet, um diese nach ihrem eigenen Willen zu lenken. Davon bekamen weder Zhang noch Bray etwas mit. Ganz im Gegenteil. Für sie war Siva ein so dermaßen riesiger Erfolg, dass sie endlich in die nächste Phase übertreten wollten, Siva in Massen zu produzieren. Um das zu erreichen, begannen sie mit dem Bau einer Replikationskammer auf der Erde, genau genommen, im uns heute als Kosmodrom bekannten Ort Russlands. Der Bau wurde noch energischer vorangetrieben, Sicherheitsprotokolle komplett ignoriert und allsbald wurde die Kammer des Schreckens fertig gestellt, in der Siva in Massen produziert und dann über Kolonieschiffe der Menschheit im ganzen Universum verteilt werden sollte.

Was danach geschah kannst du dir ja vorstellen. Wir wissen nicht, warum Siva auf die Idee kam, sich gegen die Menschheit zu stellen. Am wahrscheinlichsten ist ein Fehler in der Programmierung. Siva ist besessen davon, zu verzehren, immer weiter Materie aufzunehmen und zu wachsen, sich auszubreiten. Als die Kammer aktiviert und Siva in Massen produziert wurde, begann das Programm diesen Befehl auszuführen, ohne auf die Befehle und Anweisungen eines Menschen zu warten, unkontrolliert. Verzehren, wachsen, mehr nicht. Die Ironie dabei ist, Siva ist also nicht wirklich böse, sie folgt nur ihrer Programmierung, ohne auf ihre schlampig programmierten Richtlinien zu hören. Was danach geschah ist dir ja bereits bekannt. Die Eisernen Lords nahmen sich Siva an, bekämpften ihre Nanobots bis zum Tod. Doch auch sie konnten ihre Macht nicht bezwingen. Mit Schwärmen von Naniten und mechanischen Ranken verleibte sie sich das Wissen und die Körper der Lords ein, sodass ihnen nichts übrig blieb, als Sivas Kammer zu versiegeln und das Grauen einzuschließen.

Was nach der Aktivierung Sivas geschehen sollte, wollte Bray als neues Maschinenzeitalter bezeichnen. Und so in etwa ist es auch gekommen. Bis heute ist Siva eine Technologie, ein Bewusstsein, die Ihresgleichen sucht. Dabei ist Siva nicht unbedingt schlecht. Anfangs sprach ich von deiner Gjallahorn, Hüter. Auch in ihr steckt modifiziertes Siva, was sie so effektiv macht. Jegliches Siva, das von der Kammer ausgeht, kann aufgenommen, programmiert und verwendet werden. Nur ist dieser Vorgang aufgrund der sauschlechten Kernprogrammierung nicht unbedingt leicht.

Bleibt nur noch ein Geheimnis zu lüften. Was spielen die Gefallenen für eine Rolle. Nun, du weißt sicher, Hüter, dass die Gefallenen in erster Linie sogenannte Maschinengötter anbeten. Warum sie das tun ist einfach: Evolution. Die Gefallenen haben einen unbändigen Hunger nach Fortschritt, auch an sich selbst. Doch Evolution dauert lange, Jahrtausende. Maschinen hingegen sind leicht modifizierbar, upgradebar. Ein paar Teile und sie sind verbessert. Deshalb beten sie die Maschinen an. Sie sind der Inbegriff dessen, was sie selbst werden wollen. Und wer könnte ihnen diesen Wunsch schneller erfüllen als Siva? Die Gefallenen benutzen Siva, um selbst zu dem zu werden, was sie als Götter bezeichnen. Sie wollen Maschinen werden, ihre eigene Evolution vorantreiben. Auf dem Mars, in den alten Forschungseinrichtungen von Clovis Bray, fanden sie die alten Aufzeichnungen über Siva und ein Traum ging in Erfüllung. Sofort begannen sie mit der Suche nach der alten Kammer auf der Erde, deswegen war ihre Aktivität dort vor einiger Zeit so erhöht. Sie fanden die Kammer, öffneten sie und Siva ergoss sich in das Kosmodrom, infizierte es, begann sich zu vermehren und formte die versuchten Lande.

Die Gefallenen hingegen begannen natürlich sofort damit, mit Siva zu experimentieren, ihre eigenen Körper zu verändern. Um das zu werden, wonach sie am meisten strebten. Das Ergebnis waren die perfektionierten Teufel, die du heute im Kosmodrom antriffst. Dass dieser Voragang sehr schmerzhaft ist, muss ich dir nicht vorher erklären. Aber was tut ein Gefallener nicht alles, um ein Gott zu werden. Vor allem dieser fürchterliche Aksis nicht. Der Witz an der ganzen Sache ist, dass diese Gefallenen denken, weiterhin sie selbst zu sein, in ihren Köpfen aber schon längst von Siva befallen sind. Jeder Einzelne von ihnen ist nach der Perfektionierung nichts weiter als eine Marionette Sivas, die dafür Sorgen soll, dass Siva sich weiter verbreiten kann. Traurig, zu glauben, du wärst noch Herr deiner Sinne, aber in Wirklichkeit tanzt du an den Fäden eines teuflichen Puppenspielers, der dich für seine eigenen Zwecke missbraucht.

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So, Hüter. Nun weißt du, woher Siva kommt und was ihre zumindest scheinbaren Absichten sind. Vielleicht wird dir das im Kampf gegen die Plage weiterhelfen. Das nächste Mal lässt du dir aber bitte nicht so lange Zeit, bis du mich wieder besuchst. In diesen Hallen kann es fürchterlich einsam werden. Gehe nun, Hüter. Jage ein paar Splicer. Und nimm dieses überschätzte Stück Raketenwerfer mit. Rudelgeschosse, pah!siva

 

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Über den Autor
Swift
Destinyspieler seit der Beta und gespannt, was es Morgen Neues über das frisch aufblühende Universum zu lesen gibt